<img height="1" width="1" style="display:none" src="https://www.facebook.com/tr?id=483515652448547&amp;ev=PageView&amp;noscript=1">

Auslandstransport: Tipps für Sprachbarrieren, Umgang mit Gesetzeshüter:innen und mehr

10 Min Lesezeit
LKW an der deutscher Grenze Gute Vorbereitung auf Transportfahrten ins inner- und außereuropäische Ausland.

Viele Lkw-Fahrer:innen arbeiten grenzüberschreitend. Doch selbst im geeinten Europa, und erst recht jenseits davon, gibt es zahlreiche nationale Unterschiede, die beachtet werden müssen. Als Transportfahrer:in solltest du diese kennen und stets vorbereitet sein.

Relevante Gesetze kennen

Die EU baut verschiedene zwischenstaatliche Hürden ab – und kann dabei gute Erfolge vorweisen. In einigen Angelegenheiten musst du allerdings bedenken, dass selbst die Europäische Union bis heute ein Verbund der Einzelstaaten ist. Als Beispiel die Verkehrsgesetze. Hier gibt es innerhalb der Union nur wenig Einheitlichkeit, wie die folgenden Punkte demonstrieren: 

  • Was in einem EU-Land geltenden Gesetzen entspricht, hat in allen EU-Ländern Bestand. Das betrifft beispielsweise die Richtlinie der Europäischen Kommission über den Anbau der Fahrzeugbeleuchtung.
  • In allen Ländern Europas gilt ein Tempolimit auf Autobahnen (bis auf Deutschland).
  • Die Lenkzeiten- und Pausenvorschriften für Kraftfahrer:innen im gewerblichen Verkehr gelten einheitlich für die gesamte Europäische Union.
  • Alle EU-Nationen teilen ihre Straßen bezüglich Tempolimits in Ortsgebiete, Landstraßen und Autobahnen ein.

Jenseits dieser Gemeinsamkeiten herrschen jedoch viele Gesetzesunterschiede aufgrund der angesprochenen Nationalstaatlichkeit. Unterwegs auf Tour bist du als Fahrer:in selbst für Kenntnis und Einhaltung dieser Gesetze verantwortlich. Daher empfehlen wir dir, ein Übersichtsblatt zu erstellen. Darauf:

  • (Lkw-)Tempolimits aller EU- und angrenzender Staaten,
  • wichtige landesspezifische Sonderregelungen für Lkw,
  • Informationen zu Mautsystemen und
  • landestypische Notrufnummern.

Diese Informationen solltest du idealerweise für alle EU- sowie die angrenzenden Staaten zusammentragen, um sämtliche Routen abzudecken. Lass diese Liste gern laminieren, um sie abrieb- und wetterfest zu machen.

autoschilder-an-polnischer-grenzeKurz notiert bleiben Verkehrsregeln länger im Kopf als beim schnellen Blick auf die Grenzschilder.

Wichtige Unterlagen ordentlich mitführen

Im Güterverkehr gehört eine große Menge unterschiedlicher Unterlagen zum täglichen Geschäft. Das hat nicht nur mit dem Kontakt zwischen Transportdienstleister:in und Empfänger:in zu tun, sondern berührt abermals zahlreiche staatliche Positionen.

Erneut herrscht hierbei viel Eigenstaatlichkeit in der EU. Wüsstest du etwa auf Anhieb, welche Unterlagen Österreich verlangt und wie diese sich von den italienischen Vorgaben unterscheiden

Was diese sehr große Menge an Unterlagen anbelangt, so ist es aufgrund der vielen unterschiedlichen Anforderungen in den Staaten am besten, wenn du dir einen mit zahlreichen Klarsichthüllen zum Abheften versehenen und gut beschrifteten Ordner zulegst und darin stets alles mitführst.

Achte bei den variierenden Transportbegleitpapieren zudem darauf, sie passend einzusortieren und prüfe deinen Ordner immer vor Tourenbeginn auf Vollständigkeit. Diese Vorbereitung erspart dir nicht nur bei einer Verkehrskontrolle im Ausland viel Zeit. Beachte in ähnlicher Form die unterschiedlichen Mitführpflichten in Europa, was Verbandskästen, Warndreiecke, Warnwesten und dergleichen anbelangt.


Tipp: Der Wedolo PartnerCheck kann dabei helfen, die verschiedenen Dokumente und Nachweise von Frachtführern auf besonders schnelle Weise zu überprüfen.

Genügend Landeswährung mitnehmen

Wir kommen zu einem weiteren EU-Unterschied. Diesmal einem, der alle Reisenden betrifft: Das EU-Gebiet und der Euro-Raum sind zwei unterschiedliche politische Konstrukte. Unter anderem Polen und Schweden sind zwar EU-Mitglieder, haben aber nicht den Euro als Währung eingeführt. Jenseits der EU gibt es sogar ausschließlich Landeswährungen.

Nun wird dir dein:e Arbeitgeber:in mindestens eine physische Tankkarte mitgeben. Außerdem hast du immer noch wenigstens eine EC- beziehungsweise Girokarte und/oder eine Kreditkarte dabei. Alles also sicher? Keineswegs.

Hier solltest du mit Ausnahmesituationen rechnen:

  • Du verlierst entweder deine Brieftasche oder sie wird dir gestohlen.
  • Kriminelle machen sich an deinem Lkw zu schaffen, stehlen ihn entweder ganz oder seine Inhalte.
  • Aus irgendeinem Grund funktionieren deine Karten nicht. Denke dabei an die Situation Ende Mai 2022, als tagelang weltweit zahllose Menschen aufgrund einer Terminal-Störung nicht mit Karte zahlen konnten.
  • Deine Karten sind beschädigt. Unter anderem durch das Sitzen auf der Brieftasche kann das geschehen.

Tipp: Habe deshalb hinterm Lenkrad dein Portemonnaie niemals in der Gesäßtasche. Zudem sitzt du dadurch gerader und entlastest deinen Rücken.

Aufgrund dieser Risiken solltest du immer sowohl Euro-Bargeld als auch solches in den jeweiligen Landeswährungen dabeihaben. Ausreichend, um Diesel zu tanken und zu essen, bis du wieder zuhause bist.

Diese Scheine sollten sich zum Schutz vor Verlust und Diebstahl immer an deinem Körper, jedoch nie im Portemonnaie, befinden. Hierzu gibt es beispielsweise spezielle „Reisegürtel“ mit integrierten versteckten Fächern.

Wichtig: Lagere bei dieser Bargeldreserve eine beglaubigte Ausweiskopie. Wenn du im Notfall zum Beispiel über Western Union Geld zugesendet bekommen möchtest, musst du dich identifizieren können.

bargeld-und-ausweis-sicher-verstauenLebenswichtiges für die Rückreise solltest du dort verstecken, wo Dieb:innen es nicht finden.

Sprachbarrieren geschickt überwinden

In der Europäischen Union gibt es nicht weniger als 24 Amtssprachen. Dazu weitere Minderheitensprachen und zahlreiche Dialekte. Zwar gehörst du als deutschsprachige:r Fahrer:in zur Majorität, denn Deutsch ist die meistgesprochene Muttersprache in der EU. Dennoch ist die deutsche Sprache keine universell genutzte „Lingua Franca“.

Auf den Straßen Europas gilt die „Trucker-Lingua“. Eine Mischung aus Englisch mit einigen Begriffen aus Drittsprachen und viel Körpersprache. Das genügt als Mindestmaß, ist aber weit entfernt davon, optimal zu sein. Doch was kannst du tun, um dich besser verständigen zu können?

  • Versuche nach Möglichkeit, deine Englischkenntnisse zu verbessern. Die Aussprache ist fast egal, wichtig sind die Vokabeln – vergiss dabei nicht fahrzeug- und transportgewerbespezifische Besonderheiten. Sie werden beispielsweise bedeutend, wenn du unterwegs einem Pannenservice erklären musst, welcher Schaden an deinem Fahrzeug vorliegt.
  • Installiere auf deinem Smartphone eine leistungsfähige Übersetzer-App, die die wichtigsten Sprachen auf deinen Touren enthält. Noch besser ist es, wenn das Tool Gesprochenes verstehen kann – quasi digitales Dolmetschen.
  • Du solltest sicherheitshalber ein weiteres laminiertes Papier besitzen. Folgende drei Sätze sollen darauf in den für deine Touren wichtigen Sprachen abbildet sein, die vor allem bei Polizeikontrollen, Unfällen und ähnlichen Situationen entscheidend sein können: 
    1. Ich spreche nur Deutsch und Englisch." (ggf. ergänzt um weitere Sprachen, die du beherrschst)
    2. Können wir bitte einen Dolmetscher hinzuziehen?
    3. Ich brauche einen Arzt.

Wichtig: Bei Kontakten mit der Staatsmacht jenseits von Routinekontrollen solltest du grundsätzlich um eine:n Dolmetscher:in bitten. Wenn zwei Parteien in einer dritten Sprache kommunizieren, bestehen zahlreiche Risiken, Fehler mit schweren Rechtsfolgen zu begehen.

Wohlüberlegt bei Verkehrskontrollen

Als Lkw-Fahrer:in wirst du auf ausländischen Straßen über kurz oder lang Verkehrskontrollen erleben. Halte dich dabei an folgende Schritte, damit das Prozedere möglichst schnell verläuft und du rasch wieder auf die Straße kommst:

  1. Habe stets alle Unterlagen in der Kabine griffbereit. Der Ordner aus Punkt 2 wird dir an dieser Stelle viel Zeit ersparen.
  2. Ob Standkontrolle oder mobile Kontrolle, folge einfach den Anweisungen der Gesetzeshüter. Sind sie im Auto hinter dir, setze den Blinker nach rechts und steuere den nächstgelegenen Rastplatz bzw. die nächste Abfahrt an.
  3. Signalisiere den Beamt:innen, dass du die Anweisungen verstanden hast – etwa durch kurzes Betätigen des Warnblinkers.
  4. Bleibe entspannt und verhalte dich höflich gegenüber den Gesetzeshütern.
  5. Erwarte die Beamt:innen mit heruntergelassenem Fenstern und einem etwaigen Hinweis, ihre Sprache nicht zu beherrschen.
  6. Beantworte alle Fragen erschöpfend und zeige die Ladung bereitwillig.
    Dann gilt: Einfach mitmachen. Wenn du dich an alle Gesetze hältst, hast du nichts zu befürchten und die Kontrolle ist flugs vorbei.

Fazit

Trotz aller Einheitlichkeit ist die EU immer noch ein Verbund von Einzelstaaten, um den herum sich zudem viele weitere eigenständige Länder befinden. Als Lkw-Fahrer:in musst du deshalb mit unterschiedlichsten Anforderungen leben und arbeiten. Gute Vorbereitung ist dabei das A und O – und das bedeutet auch, für unwahrscheinlichere Situationen gewappnet zu sein.

 

Bildquellen:
Bild 1: Adobe Stock © U. J. Alexander #369870523
Bild 2: Adobe Stock © Mike Mareen #132187860
Bild 3: Adobe Stock © Michael O'Keene #288808764

Es gibt noch Fragen?

Newsletter abonnieren

wedolo-truck-newsletter-small