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Grüne Logistik: Welche alternativen LKW-Antriebe gibt es?

Verfasst von Wedolo-Redaktion am 29.04.2020
Wedolo-Redaktion

Nachhaltiges Handeln wird in der Branche immer wichtiger. Wir geben einen Überblick über alternative Kraftstoffe und Antriebstechnologien – von LNG über Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie bis hin zu Elektro-LKW.

Alternative Antriebe für LKW und Umwelt

Die Mobilität der Zukunft ist umweltfreundlich. Eine Studie der Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG) sagt voraus: Bis 2030 werden schätzungsweise 35 Prozent der neu zugelassenen leichten Lkw (bis sechs Tonnen) und 26 Prozent der neuen schweren Lkw (schwerer als 15 Tonnen) mit alternativen Antrieben ausgestattet sein..

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Die wohl bekannteste Diesel-Alternative ist LNG (Liquefied Natural Gas). Das Flüssiggas gilt als reichweitenstark und umweltschonend. Der alternative Kraftstoff entsteht, wenn Erdgas auf minus 162 Grad heruntergekühlt wird. Da der Treibstoff als Flüssigkeit nur noch ein Sechshundertstel des ursprünglichen Raums einnimmt, ist er besonders gut für den Schwertransport auf langen Strecken geeignet. Darauf zahlt auch die serienreife Technologie ein, die auf einem Diesel-Motor basiert – und so eine Reichweite von bis zu 1.600 km erzielen kann.

Leiser und umweltfreundlicher als Diesel-LKW

Studien zeigen, dass sich so die Treibhausgasemissionen von schweren LKW im Vergleich zu Diesel um bis zu 22 Prozent reduzieren lassen. Darüber hinaus sind LNG-betriebene Fahrzeuge leiser. Diese Vorteile hat auch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Innovationen (BMVI) erkannt und fördert die Anschaffung von LKW mit Flüssiggas-Antrieb mit jeweils 12.000 Euro. Außerdem sind LNG-LKW bis zunächst Ende 2020 von der Maut befreit.

Eines der größten Hemmnisse ist jedoch das spärliche Tankstellennetz. Aktuell (März 2020) gibt es in Deutschland 15 Tankstellen. Da so der Einsatz von mit flüssigem Erdgas betriebene Lastkraftwagen einer gewissen Planung bedarf, betreibt die Deutsche Energie-Agentur (dena) eine interaktive Tankstellenkarte.

Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer ist überzeugt: „Wasserstoff, Brennstoffzelle und Strom bewegen die Zukunft.“ So sieht der aktuelle Entwurf der Nationalen Wasserstoffstrategie vor, die Anschaffung von Wasserstoff-LKW mit rund 900 Millionen Euro zu fördern.

Bei einem Brennstoffzellenfahrzeug handelt es sich um ein langlebiges Elektrofahrzeug. Für den Antrieb sorgt eine Brennstoffzelle. Als Treibstoff dient gasförmiger Wasserstoff, der mit Sauerstoff reagiert. Dabei entsteht Strom, der den Elektromotor antreibt. Als Abgas wird lediglich umweltfreundlicher Wasserdampf freigesetzt.

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Wasserstoff punktet mit sauberen Abgasen, ist aber sehr energieaufwändig in der Herstellung

 

Umweltfreundlicher Antrieb aber geringe Reichweite

Während die Technologie also mit Emissionsfreiheit von Stickstoffoxiden, CO2 und Feinstaub punktet, verfügt die Wasserstoffbrennzelle lediglich über eine geringe Reichweite, wie eine Studie des Fraunhofer Instituts im Auftrag des BMVI zeigt: Während ein 40-Tonner mit konventionellem Antrieb eine Reichweite von 2.500 km erreichen kann, müssen Wasserstoff- und Brennstoffzellen-LKW bereits nach 300 bis 400 km nachtanken.

Hürden: Nachhaltigkeit, Energieaufwand, Wasserstoffpreis

Es gibt einige Hürden, die die Technologie noch meistern muss: Der Wasserstoffbetrieb ist z. B. nur nachhaltig, wenn dieser mit erneuerbarer Energie produziert wird. Derzeit stammt diese jedoch überwiegend aus fossilen Rohstoffen, wie Erdgas und Kohle. Darüber hinaus erfordert die Produktion des Wasserstoffs einen hohen Energieaufwand mit einem schwer zu kalkulierenden schwankenden Wasserstoffpreis.

Ähnlich wie beim LNG, fehlt es auch hier an Tankstellen. In Deutschland sind rund 100 Wasserstofftankstellen in Betrieb, doch nur wenige sind für Lastkraftwagen geeignet.

Elektro-LKW

Zahlreiche Hersteller arbeiten mit Hochdruck an innovativen Akku-Technologien. Doch der Durchbruch von batteriebetriebenen LKW lässt noch auf sich warten. Aktuell sehen Experten die Umrüstung auf E-Flotten aufgrund von geringen Reichweiten kritisch. Im Testbetrieb legt beispielsweise der eActros (18- und 25-Tonner) von Mercedes Benz mit einer Ladung bis zu 200 km zurück. Darüber hinaus gelten die verbreiteten Lithium-Ionen-Akkus als schwer, kostspielig und kurzlebig.

BMVI fördert Elektrofahrzeuge

Auch wenn Elektrolastwagen mit diesen Konditionen derzeit kaum wettbewerbsfähig sind, glaubt das BMVI an die Technologie und fördert Elektrofahrzeuge bis einschließlich zwölf Tonnen zulässigem Gesamtgewicht mit jeweils 12.000 Euro, darüber hinaus sind es 40.000 Euro. Zudem sind E-LKW bis zunächst Ende 2020 mautbefreit.

Doch auch hier hapert es an der Infrastruktur: Es gibt nur wenige Stromtankstellen, die für E-LKW geeignet sind, da die Ladepunkte mindestens 150 kW leisten müssen.

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Oberleitungs-LKW verfügen über einen Dieseltank sowie eine Batterie und einen Stromabnehmer

 

e-Highway: Oberleitungen als alternative Antriebstechnik

Im vergangenen Jahr wurde übrigens der erste e-Highway in Hessen eröffnet. Die dort eingesetzten Testfahrzeuge verfügen über einen Elektro- und Dieselmotor sowie Batterien, die sich während der Fahrt über Oberleitungen rasch aufladen lassen. So können die speziellen Lastkraftwagen nach Verlassen der Oberleitungsstrecke emissionsfrei weiterfahren und greifen erst im Falle einer leeren Batterie auf den Dieselmotor zurück.

Mittlerweile wurde das Projekt auf Teststrecken in Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg ausgeweitet. Ob die Technologie alltagstauglich ist, werden weitere Tests zeigen.

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