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- 10 Min. Lesezeit

LKW-Maut in Deutschland berechnen: Das kostet es wirklich!

Verfasst von Wedolo-Redaktion am 23.12.2019
Wedolo-Redaktion

Auf deutschen Autobahnen und Bundesstraßen gilt für LKW Mautpflicht. Bei nicht ordnungsgemäßer Entrichtung der Mautgebühren drohen hohe Bußgelder. Wir verraten alles Wichtige zur LKW-Maut und was es genau kostet.

LKW-Maut in Deutschland: Rechtliche Grundlagen

Seit 2005 gilt auf deutschen Bundesfernstraßen – das heißt Autobahnen und Bundesstraßen – eine Mautpflicht für LKW. Die Maut wird streckenbezogen als Straßenbenutzungsgebühr für LKW erhoben und die Einnahmen dienen der Finanzierung des Erhalts und Ausbaus der Verkehrsinfrastruktur.

Das deutsche LKW-Mautsystem wird im Auftrag des Bundes von Toll Collect betrieben. Den rechtlichen Rahmen für die LKW-Maut bilden das Mautgesetz und die Mautverordnungen.

Das Bundesfernstraßenmautgesetz (BFStrMG) definiert, welche Fahrzeuge auf welchen Bundesfernstraßen mautpflichtig sind. Außerdem legt es fest, wie die Maut erhoben und kontrolliert wird. Die Höhe des Mautsatzes wird durch die Anlage zum BFStrMG bestimmt.

Außerdem regelt die LKW-Mautverordnung (LKW-MautV) alle Einzelheiten zur Mautpflicht für LKW in Deutschland.

Welche Straßen sind für LKW mautpflichtig?

Das mautpflichtige Streckennetz umfasst in Deutschland rund 52.000 Kilometer. Grundsätzlich gilt die Mautpflicht für LKW auf deutschen Bundesfernstraßen. Genauer: Eine Mautgebühr wird fällig bei Befahrung

  • deutscher Autobahnen – inklusive Tankstellen- und Rastanlagen;
  • deutscher Bundesstraßen – auch innerorts.

Zum 1. Juli 2018 wurde die LKW-Maut auf einspurige Strecken und Ortsdurchfahrten ausgeweitet.

Einzelne Autobahnabschnitte sind laut Bundesfernstraßenmautgesetz (§ 1 Abs. 3) von der allgemeinen LKW-Mautpflicht ausgenommen:

  • A6: deutsch-französische Grenze bis Anschlussstelle Saarbrücken-Fechingen (beide Fahrtrichtungen)
  • A5: deutsch-schweizerische und deutsch-französische Grenze bis Anschlussstelle Müllheim/Neuenburg (beide Fahrtrichtungen)
  • Autobahnabschnitte, für die eine Maut entsprechend § 2 Fernstraßenbauprivatfinanzierungsgesetz (FStrPrivFinG) erhoben wird.

Das Bundesamt für Güterverkehr (BAG) stellt online eine aktuelle Mauttabelle mit dem amtlich mautpflichtigen Streckennetz bereit. Die Tabelle listet alle Abschnitte auf, bei denen aktuell Mautgebühren anfallen. Toll Collect bietet zusätzlich einen Maut-Atlas und eine Mautkarte an, auf denen alle aktuell mautpflichtigen Strecken zu finden sind.

Welche Fahrzeuge sind mautpflichtig?

Zu den mautpflichtigen Fahrzeugen zählen laut § 1 Abs. 1 (2) BFStrMG alle in- und ausländischen Kraftfahrzeuge oder Fahrzeugkombinationen mit einem zulässigen Gesamtgewicht (inklusive Anhänger) von mindestens 7,5 Tonnen, die

  • für den Güterkraftverkehr bestimmt sind (1. Alternative);
  • für den Güterkraftverkehr genutzt werden, das heißt Güterkraftverkehr im Sinne des Güterkraftverkehrsgesetzes (GüKG) durchführen (2. Alternative).

Bestimmte Fahrzeuge sind von der Maut befreit, weil sie nicht unter das Definitionskriterium des Güterkraftverkehrs fallen, oder spezielle Ausnahmeregelungen bestehen. Dazu zählen zum Beispiel Feuerwehr- und Polizeifahrzeuge sowie der Straßenunterhaltungs- und -betriebsdienst. Toll Collect stellt ausführliche Informationen zur Mautbefreiung bereit.

Auch für land- und forstwirtschaftliche Fahrzeuge gelten gesonderte Regelungen zur Mautpflicht. Für Elektro- und Erdgasfahrzeuge erfolgt eine zeitlich gestaffelte Mautbegünstigung.

Maut-Tarife: So wird die Höhe der LKW-Maut berechnet

Was kostet die Maut wirklich? – Das ist die wichtigste Frage, die sich für mautpflichtige Fahrzeuge stellt. 

Die LKW-Maut richtet sich nach den Kosten für den Bau und Ausbau sowie den Erhalt und Betrieb der Verkehrsinfrastruktur. Für den Zeitraum von 2018 bis 2022 wurde die Berechnung der Mauthöhe neu angepasst. Deshalb fand zum 1. Januar 2019 eine Mauterhöhung statt.

Laut den Straßenverkehrsgenossenschaften (SVG) – einem der starken Partner hinter der Logistik-Plattform Wedolo – sind die Mautkosten für ein durchschnittliches Fernverkehrsfahrzeug durch die Mauterhöhung um rund 5,7 Prozent gestiegen.

Die aktuellen Mautsätze in Cent pro Kilometer, die seit dem 1. Januar 2019 gelten, werden online von Toll Collect und dem Bundesamt für Güterverkehr bereitgestellt.

Die Höhe des Mautsatzes lässt sich anhand der Aufschlüsselung der folgenden Kostenpunkte berechnen:

Die Maut als streckenbezogene Gebühr: Tariflängen

Die Maut ist eine streckenbezogene Gebühr. Das heißt, die Höhe der Maut richtet sich nach der Länge der mautpflichtigen Strecke, die ein LKW befährt. Das mautpflichtige Streckennetz ist in Knotenpunkte und Strecken unterteilt. Zwei aufeinanderfolgende Knotenpunkte bilden die Grenze einer Tarifstrecke. Die Länge der Tarifstrecke wird als Tariflänge bezeichnet.

Alle Tariflängen der mautpflichtigen Strecken in Deutschland sind online in der Mauttabelle des Bundesamtes für Güterverkehr zu finden. Die dort angegebenen Tariflängen bilden die Basis für die Abrechnung der streckenbezogenen Mautgebühr.

Mautsatz je Kilometer: Drei Mautteilsätze

Der Mautsatz je Kilometer mautpflichtiger Strecke, die ein LKW befährt, besteht aus drei Mautteilsätzen:

  • Infrastrukturkosten
  • Luftverschmutzungskosten
  • Lärmbelastungskosten

Die Höhe des Mautteilsatzes für die Infrastrukturkosten hängt von der Gewichts- und Achsklasse eines LKW ab. Der Anteil für die Luftverschmutzungskosten ist abhängig von der Schadstoff- bzw. Emissionsklasse. Der Mautsatz-Anteil für die Lärmbelastung wird als generelle Pauschale für jedes mautpflichtige Fahrzeug berechnet.

Gewichtsklassen: Neue Gewichts- und Achsdeklaration

Ab dem 1. Januar 2019 wird die Höhe der LKW-Maut basierend auf der Gewichtsklasse und bei Kraftfahrzeugen bzw. Fahrzeugkombinationen, die ein zulässiges Gesamtgewicht von über 18 Tonnen haben, zusätzlich nach Achsen berechnet. Bis 2019 war die Anzahl der Achsen ohne Berücksichtigung der  zulässigen Gesamtmasse entscheidend.

Es wird zwischen den folgenden Gewichtsklassen unterschieden:

  • weniger als 7,5 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht – nicht mautpflichtig
  • über 7,5 Tonnen bis 11,99 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht
  • über 12 Tonnen bis weniger als 18 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht
  • über 18 Tonnen mit bis zu 3 Achsen
  • über 18 Tonnen mit 4 oder mehr Achsen

Fahrer sind seit dem 1. Januar 2019 verpflichtet, die Gewichtsklasse entsprechend der neuen Gewichtsdeklaration in der On-Board Unit des LKW anzugeben. Bei der Abfahrtskontrolle sollte daher sorgfältig geprüft werden, dass das korrekte zulässige Gesamtgewicht eingestellt ist.

Bei An- oder Abkopplung eines Anhängers muss das zulässige Gesamtgewicht angepasst werden. Bei einem zulässigen Gesamtgewicht von über 18 Tonnen muss zusätzlich die Anzahl der Achsen angegeben werden. Bei unter 18 Tonnen kann die Anzahl der Achsen freiwillig angegeben werden – die Angabe ist jedoch weder verpflichtend, noch wirkt sie sich auf die zu zahlenden Gebühren aus.

Das Gewicht des LKW kann in der On-Board Unit in Schritten von 1,5 Tonnen eingestellt werden. Ab einem zulässigen Gesamtgewicht von über 18 Tonnen ist keine genaue Gewichtsangabe mehr nötig – dann wird stattdessen > 18 Tonnen und die genaue Anzahl der Achsen angegeben.

Anders als in der Straßenverkehrs-Zulassungsordnung, wird das zulässige Gesamtgewicht von Fahrzeugkombinationen seit dem 1. Januar 2019 durch Addition der zulässigen Gesamtgewichte der Einzelfahrzeuge berechnet. Stütz- und Aufliegelasten werden dabei nicht mehr berücksichtigt.

Die aktuellen Mautsätze im Überblick – das kostet die LKW-Maut (ab 1. Januar 2019):

 

Schadstoffklasse

Gewichts- und Achsklasse

Mautsatz (in Cent/Kilometer)

Euro 6

7,5-11,99 Tonnen

9,3

 

12-18 Tonnen

12,8

 

> 18 Tonnen, max. 3 Achsen

17,3

 

> 18 Tonnen ab 4 Achsen

18,7

Euro 5, EEV 1

7,5-11,99 Tonnen

10,4

 

12-18 Tonnen

13,9

 

> 18 Tonnen, max. 3 Achsen

18,4

 

> 18 Tonnen ab 4 Achsen

19,8

Euro 4, Euro 3 + PMK 2

7,5-11,99 Tonnen

11,4

 

12-18 Tonnen

14,9

 

> 18 Tonnen, max. 3 Achsen

19,4

 

> 18 Tonnen ab 4 Achsen

20,8

Euro 3, Euro 2 + PMK  1

7,5-11,99 Tonnen

14,6

 

12-18 Tonnen

18,1

 

> 18 Tonnen, max. 3 Achsen

22,6

 

> 18 Tonnen ab 4 Achsen

24,0

Euro 2

7,5-11,99 Tonnen

15,6

 

12-18 Tonnen

19,1

 

> 18 Tonnen, max. 3 Achsen

23,6

 

> 18 Tonnen ab 4 Achsen

25,0

Euro 1, Euro 0

7,5-11,99 Tonnen

16,7

 

12-18 Tonnen

20,2

 

> 18 Tonnen, max. 3 Achsen

24,7

 

> 18 Tonnen ab 4 Achsen

26,1


Mauttarif einfach berechnen: Mit dem Online-Tarifrechner

Mit dem Online-Tarifrechner von Toll Collect lassen sich die Mauttarife für jedes Fahrzeug schnell und einfach berechnen. Dazu müssen nur die richtige Schadstoffklasse und die passende Achs- und Gewichtsklasse ausgewählt werden – anschließend wird der individuelle Mauttarif für das Fahrzeug angezeigt.

Mautkontrolle: Kontrollmaßnahmen und Nachweispflicht

Die Mautkontrolle überprüft die korrekte Entrichtung der Mautgebühren. Zu den Kontrollformen zählt die automatische Kontrolle mit Kontrollbrücken und Kontrollsäulen durch Toll Collect.

Bei Verdacht auf Mautprellung senden die Kontrollbrücken die Daten des Fahrzeugs an Mitarbeiter des Bundesamts für Güterverkehr (BAG) auf einem nachgelagerten Parkplatz. So können die BAG-Mitarbeiter sofort eine stationäre Kontrolle durchführen. 

Zusätzlich führt das BAG mit Kontrollfahrzeugen rund um die Uhr mobile Kontrollen auf den mautpflichtigen Strecken durch. Das BAG führt außerdem stichprobenartig Betriebskontrollen in ganz Deutschland durch. Die Betriebe werden zufällig oder aufgrund eines konkreten Verdachts ausgewählt. Anhand von z.B. Frachtpapieren und Tankquittungen wird geprüft, ob die Mautpflicht eingehalten und die Mautgebühr in korrekter Höhe gezahlt wurde.

In jedem Fall gilt: Es besteht eine Nachweispflicht. Das heißt, der Mautpflichtige ist verpflichtet, bei einer Kontrolle alle mautrelevanten Informationen durch entsprechende Unterlagen nachzuweisen. Wird gegen die Nachweis- und/oder Mautpflicht verstoßen, drohen Bußgelder sowohl für den Fahrer (bis zu 240 Euro) als auch für seinen Chef (bis zu 480 Euro).

Mautverstöße: Folgen bei nicht ordnungsgemäßer Mautzahlung

Werden bei einer Kontrolle ein Verstoß gegen die ordnungsgemäße Entrichtung der Mautgebühren oder Falschangaben bezüglich der Schadstoff- und Gewichtsklassen festgestellt, findet eine Nacherhebung der Mautgebühren statt. 

Die Maut wird dann nachträglich für die tatsächlich gefahrene Strecke erhoben. Lässt sich die tatsächliche Strecke im Nachhinein nicht mehr ermitteln, erfolgt eine pauschale Nacherhebung je Fahrt für eine Strecke von 500 Kilometern. Zusätzlich zur Nacherhebung der nicht ordnungsgemäß gezahlten Mautgebühren, drohen Verwahnstrafen sowie hohe Bußgeldstrafen von bis zu 20.000 Euro.

Fazit: So wird die LKW-Maut in Deutschland berechnet

Die LKW-Maut wird streckenbezogen berechnet und gilt auf deutschen Autobahnen und Bundesstraßen. Der Mautsatz je Kilometer mautpflichtiger Strecke setzt sich aus Mautteilsätzen für Infrastrukturkosten, Luftverschmutzungskosten und Lärmbelastungskosten zusammen. Die genaue Höhe des Mautsatzes ist abhängig von der Schadstoffklasse sowie der Gewichts- und Achsklasse des Fahrzeugs.

Bei nicht ordnungsgemäßer Entrichtung der Mautgebühren drohen hohe Bußgeldstrafen. Bei einer Kontrolle ist der Mautpflichtige in der Nachweispflicht. Eine digitale Fahrer- und Flottenverwaltung hilft, alle wichtigen Fahrzeuginformationen stets griffbereit zu haben. Die SVG, einer der starken Partner hinter Wedolo, unterstützt Unternehmen mit dem SVG-Mautservice rund um die Mautabrechnung in Deutschland und Europa.

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