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Spezialtransporte: Vorsicht, Glas!

Verfasst von Anja Seemann am 23.01.2019
Anja Seemann

Glas ist ein zerbrechliches Gut – besonders wenn es in großen Scheiben als Flachglas transportiert werden muss. Die Spedition Hubert Winnen GmbH & Co. KG aus Gladbeck ist seit Jahrzehnten ein zuverlässiger Partner für Glaslogistik in Deutschland und Europa.

Glas ist ein Werkstoff mit jahrtausendalter Tradition. Aber erst im 17. Jahrhundert wurde durch Walzen die Produktion von Glasscheiben bis 1,50 Meter möglich. Das bahnbrechende Prinzip zur Industrialisierung der Fensterglasproduktion brachte Ende des 19. Jahrhundert das mechanische Ziehverfahren, bei dem ein flaches Glasband aus der Schmelzwanne gezogen und in verschiedenen Verfahren weiterbearbeitet wurde.

Heute werden etwa 95 Prozent des gesamten Flachglases im Floatprozess hergestellt. Bei dem von Sir Alastair Pilkington in den 1950er-Jahren erfundenen Floatverfahren wird das Flüssigglas in einem kontinuierlichen Prozess aus der Schmelze auf ein Zinnbad geleitet, heruntergekühlt und geschnitten. Das so produzierte „Basisglas“ kommt heute in vielen Bereichen zum Einsatz. Flachgläser werden von der Bauwirtschaft und Architektur, dem Automobil- und Fahrzeugbau und der Möbelindustrie vielseitig verwendet.

Spezialist für Glasscheibentransporte

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Geschäftsführer und Inhaber Olaf Welsch

Die Spedition Hubert Winnen GmbH & Co. KG aus Gladbeck ist seit Jahrzehnten ein zuverlässiger Partner für Glastransporte in Deutschland und Europa. Bereits früh spezialisierte sich die 1934 gegründete Spedition auf den Transport von Glasscheiben aus dem Glaswerk der Firma Delog in Gelsenkirchen – zunächst noch in Holzkisten. Mit der Inbetriebnahme der ersten Floatanlage im März 1974 und dem Bau einer zweiten Linie mit Produktionsstart im Dezember 1976 entstand in Gladbeck eine der größten Produktionsanlagen für Flachglas weltweit.

Die heute in dritter Generation geführte Spedition Winnen betreibt mit insgesamt 110 Mitarbeitern nur 800 Meter vom Glaswerk entfernt drei Lagerhallen mit 12.000 Quadratmetern und 65 Fahrzeugeinheiten, jeweils bestehend aus einer Zugmaschine und einem speziell für den Transport von Flachglas konstruierten Innenlader. Darin können Glasscheiben bis zu einer Höhe von 3600 Millimetern stehend transportiert werden.

Innovationen für Transport und Lager

„Wir sind bereits seit dem Jahr 2000 als alleiniger Generalunternehmer für das Floatglas-Werk in Gladbeck tätig – zunächst für die Flachglas AG, dann für die deutsche Tochter der Pilkington Group und heute für Nippon Sheet Glass (NSG)“, erklärt Inhaber und Geschäftsführer Olaf Welsch. „Bei einigen der zwischenzeitlichen Innovationen im Glastransport hat die Spedition Winnen entscheidend als Entwickler und/oder in Pilotprojekten mitgewirkt“, berichtet Jörg Hoffmann, der seit 1995 zunächst als Prokurist und heute als zweiter Geschäftsführer im Unternehmen tätig ist.

Dabei zeigt er auf die Innenladerskizze der Firma Langendorf. Damit muss zur Ladungs- bzw. Gestellaufnahme nur noch die hintere Fahrzeugtür geöffnet und der Innenlader abgesenkt werden. Anschließend fährt der Lkw mit dem Innenlader bei geöffneter Tür und in abgesenktem Zustand an das Transportgestell heran und gleichzeitig unter die Aufnahmeschienen der Gestellseiten. Schließlich wird der Innenlader nach erfolgter Gestellaufnahme angehoben, die Ladetür geschlossen und der gesamte Zug in Fahrtstellung fixiert. Insgesamt dauert eine Be- oder Entladung damit nur wenige Minuten.

Besondere Ware verlangt besonderes Equipment

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Die Innenlader wurden speziell für den Transport von Flachglas entwickelt

Spezielles Equipment wird aber auch im Lager benötigt. Mithilfe von zwei elektrischen Gestelltransportern können die Lagermitarbeiter von Winnen leere oder mit bis zu 25,5 Tonnen beladene Gestelle einfach bewegen und so abstellen, dass sie von den Lkw-Fahrern innerhalb weniger Minuten in den Innenlader aufgenommen werden können. Für die Be- und Entladung der fest installierten Lager- oder der beweglichen Transportgestelle hat Winnen zwei 6,3 Tonnen schwere Krananlagen installiert und betreibt zwei elektrische Vierwegestapler.

Mit den eigens für diesen Einsatz individuell konfigurierten Staplern lassen sich Glasscheiben bis zu einem Bandmaß von 6000 mal 3200 Millimeter als einzelne Pakete oder in mehreren Stößen einfach und sicher handhaben. So können verschiedene Artikel kundenindividuell kommissioniert und die Gestelle mit verschiedenen Glassorten beladen werden. Pro Tag bearbeitet Winnen etwa 180 bis 200 Aufträge und schlägt pro Monat rund 10.000 bis 14.000 Tonnen Floatglas in Gladbeck um.

Digital vernetzt und für Kunden transparent

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"Der Kunde hat seinen Lagerstand stets im Blick", erklärt Tim Hoffmann

Neben Gladbeck bedient Winnen mit dem Gemeinschaftsunternehmen Winnen-Pfab-Service GmbH &Co. KG alle NSG-Werke in Deutschland und beliefert Abnehmer in ganz Europa. Dabei ist Winnen mit seinem Hauptauftraggeber bestens vernetzt. „Wir erhalten die Aufträge zur Auslagerung und zum Transport direkt über eine Schnittstelle aus dem SAP-System von NSG. Der Kunde hat zudem jederzeit transparent seinen Lagerbestand bei uns im Blick. Bei Auslagerungen achtet das System ferner auf das First-in-/First-out-Prinzip“, erklärt Tim Hoffmann, der als Assistent der Geschäftsführung im Unternehmen tätig ist.

Gegenwärtig erfasst er außerdem die CO 2 -Bilanzen der Flotte und unterstützt damit NSG bei der Erstellung der Zahlen für den Nachhaltigkeitsbericht, der zukünftig noch weitere Schadstoffemissionen berücksichtigen wird. „Wir versuchen hier, einen Standard zu entwickeln und in ein einheitliches Schema zu überführen, um die Zahlen vergleichbar zu machen. Dabei leisten wir Basisarbeit für die gesamte Branche.“

Telematik unterstützt das Fuhrparkmanagement

Bei der Transportabwicklung sorgt das Telematiksystem von Trimble für maximale Transparenz über die Flotte und den Auftragsstatus. Seit der Einführung des Systems im Jahr 2016 konnten zudem die Kommunikation zwischen der Disposition und den Fahrern erleichtert, das Fuhrparkmanagement vereinfacht und die Lohn- und Spesenabrechnung größtenteils digitalisiert werden. Durch die exakten Informationen über den Status und Ort der Fahrzeuge können darüber hinaus die Strecken besser geplant und die Ladekapazitäten gezielter verknüpfend ausgelastet werden.

Wie sicher und ausgeklügelt die Technik und die Prozesse bei Winnen sind, belegt auch die sehr geringe Schadenquote. Lediglich drei bis vier Frachtschäden registriert die KRAVAG im ganzen Jahr, dabei führt schon eine abgeplatzte Ecke oder eine angerissene Scheibe zum Schadenfall. „Durch unser spezielles Know-how im Glashandling und -transport, das richtige Equipment und unsere erfahrenen Mitarbeiter mit langer Betriebszugehörigkeit können wir Schäden vermeiden“, betont Olaf Welsch und verweist darauf, dass Winnen zu den Gründungsmitgliedern von KRAVAG gehört und hier seit über 50 Jahren versichert ist.

Kunden schätzen Zuverlässigkeit und Transparenz

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"Winnen hat bei Innovationen entscheidend mitgewirkt", weiß Jörg Hoffmann

Nach seinem Erfolgsgeheimnis befragt, antwortet Jörg Hoffman: „Durch unsere Erfahrung und die langjährigen Geschäftsbeziehungen sind wir für unsere Kunden und Lieferanten ein Partner auf Augenhöhe. Wir sprechen Klartext, liefern Denkanstöße und handeln transparent – auf allen Gebieten. Das wird von unseren Partnern geschätzt, setzt aber auch ein Vertrauen voraus, das wir uns in jahrelanger, zuverlässiger und partnerschaftlicher Zusammenarbeit erworben haben.“