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Fahrer, Disponent, Unternehmer - 2 Min. Lesezeit

LKW-Planen: ein zweites Leben als Accessoire

Verfasst von Juliane Gringer am 04.12.2018
Juliane Gringer

Die Schweizer Brüder Daniel und Markus Freitag schneidern aus alten LKW-Planen Kultobjekte: FREITAG Taschen sind das perfekte Accessoire für den rauen Großstadtdschungel.

So mancher Logistiker soll schon durch die Shops von FREITAG Taschen gestreift sein wie durch ein übergroßes Wimmelbuch: Hier erkennt man das Logo einer Spedition wieder, dort eine bekannte Beschriftung – diese Taschen erzählen Transportgeschichte. Denn sie werden aus recycelten Lkw-Planen gemacht, ergänzt durch ausgediente Fahrradschläuche und Autogurte. 25 Jahre nach seiner Geburtsstunde ist das Design gefragter denn je: Nicht nur in ihrem Heimatland Schweiz und in Deutschland, sondern vor allem in Asien sind die Taschen geradezu Kult.

Robust, wasserabweisend und individuell

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Von klein auf drehte sich bei den Freitag-Brüdern alles um Wiederverwertung

Alles begann 1993 mit der Suche nach einer Tasche, in der die Grafikdesigner Markus und Daniel Freitag ihre Entwürfe unterbringen wollten. Funktionell, wasserabweisend und besonders robust sollte sie sein. Die Brüder fuhren leidenschaftlich gern Fahrrad, und ihnen gefielen die Taschen der New Yorker Fahrradkuriere. Markus lebte damals in einer Wohnung an der Züricher Hardbrücke, so dass der bunte Schwerlastverkehr der Transitstrecke täglich vor seinen Fenstern vorbeirauschte.

Das lieferte den beiden Designern den entscheidenden Impuls: Die Planen dieser Fahrzeuge, die brächten doch genau die gesuchten Eigenschaften mit, überlegten sie. Sie besorgten eine solche Plane aus einer Spedition und gingen mit Teppichmessern zu Werke. So entstanden im Wohnzimmer der WG die ersten Exemplare – alle aus gebrauchten Materialien und jede ein Unikat.

Planen werden von Hand zugeschnitten

Das war der Anfang einer Erfolgsstory: Heute werden die Taschen in 20 eigenen Läden und bei mehr als 400 Händlern weltweit sowie online verkauft. Sie strahlen eben jene Individualität aus, mit denen so mancher Großstadtbewohner gern ein kleines bisschen in der Masse auffällt. Und mit ihrer Funktionalität, dem reduzierten Design und den ökologischen Vorteilen passen sie ideal zum Thema Nachhaltigkeit, das unsere Zeit so bewegt. Die Firmenphilosophie sagt: „We think and act in cycles.“Kreisläufe_2-2_687x458

Die LKW-Planen werden in Zürich zerlegt, mit gesammeltem Regenwasser gewaschen und von Hand zugeschnitten. 450.000 Tonnen des Materials werden jährlich verarbeitet, dazu 18.000 Fahrradschläuche und 150.000 Autogurte. F13 TOP CAT heißt das Kernmodell, die klassische Kuriertasche. Das Sortiment umfasst inzwischen viele mehr, von Rucksäcken über Einkaufs-, Hand- und Reisetaschen bis zu Hüllen für Laptop oder Handy.

Produktion und Administration gehen Hand in Hand

Der Flagshipstore des Labels in Zürich ist eine Hommage an die Ursprünge der Idee: Er ist aus 19 recycelten Frachtcontainern gebaut und präsentiert auf vier Etagen rund 1600 individuelle Taschen. Vom Dach aus kann man auf die Brücke mit ihrem Lastverkehr schauen, die 1993 die Inspiration für die Taschen gab.

Die Firma sitzt bis heute in Zürich in einer alten Fabrikhalle, die die Brüder zum Büroloft umgestaltet haben und in der Produktion und administrative Bereiche eng kooperieren. Markus und Daniel Freitag arbeiten immer wieder an neuen Projekten. So haben sie beispielsweise ein neues Rohmaterial entwickelt: „F-ABRIC“ ist ein Kleidungsstoff aus Bastfasern, der besonders ressourcenschonend in Europa produziert wird und sehr strapazierfähig ist. Wer Shirt oder Hose dann viele Jahre getragen hat, kann das Stück bedenkenlos auf den Kompost werfen – der Stoff ist biologisch komplett abbaubar und wird zum Nährboden für Neues.